Gründung und frühe Jahre

Am 21. April 1905 wurde der Athletenverein „Germania“ Sulgen im Gasthaus „Festung“ von Johannes Allgaier, Raimund Effinger, Albert Ohnleiter, Matthäus Storz, Eugen Storz, Hugo Kern, Ferdinand Fix, Karl Armbruster, Wendelin Flaig und Gustav Neef gegründet. Die ersten Jahre waren geprägt von einfachen Bedingungen, darunter das Training im Heuschuppen des Festungswirts. Trotz der schwierigen Umstände wuchsen der Verein und seine Mitglieder stetig, und schon 1910 konnten die Sulgener die Gaumeisterschaften ausrichten und holten ihren ersten Sieg in der Rundgewichtsriege.

1905
1950

Selbständigkeit als Athletenverein

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Auflösung aller Sportvereine in Sulgen 1945, wurde der Verein am 30. August 1947 wiedergegründet und 1950 erlangten die Athleten ihre Selbstständigkeit als eigenständiger Athletenverein. In dieser Zeit konnte ein bedeutender Erfolg verbucht werden: die Anschaffung einer neuen Ringermatte und die erfolgreiche Rückkehr in die Wettkämpfe. Der Verein sammelte fortan weiterhin Erfolge im Gewichtheben, Ringen und Tauziehen.

Ruhender Betrieb

Ein schwerer Rückschlag ereilte den Verein in den späten 1970er Jahren: zwischen 1977 und 1980 ruhte der Sportbetrieb aufgrund eines drastischen Rückgangs aktiver Ringer. Der Verein konnte aufgrund des Mangel an Sportlern keine Mannschaft mehr zu den Verbandskämpfen melden. Dies war ein Tiefpunkt in der Geschichte des Vereins, der mitten im 75. Jubiläumsjahr stattfand.

1977
1980

Neuanfang mit Siegfried Schmid, Walter Hettich und Alois Hermann

Der Neuanfang begann mit den ehemaligen Ringern Siegfried Schmid, Walter Hettich und Alois Hermann. Durch ihr Engagement konnten sie junge Ringer für den Sport begeistern und den Verein aus der Krise führen. Insbesondere Walter Hettich wird zugeschrieben, dass er maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der Athletenverein Sulgen nicht nur überlebte, sondern sich zu einer erfolgreichen Ringertruppe neu formierte.

Im Jahr 1981 war die Rückkehr des Vereins als ernstzunehmender Ringerverein spürbar. Das Team bestand zu einem großen Teil aus Jugendringern, die den ersten überraschenden Sieg gegen den TSV Frommern errangen. Dieser Sieg war der Startschuss für eine jahrelange Erfolgsgeschichte.

Generationswechsel

Ein markanter Moment in der Vereinsgeschichte war der Generationswechsel im Jahr 1993. Walter Hettich trat nach 12 Jahren als Vorsitzender zurück und übergab den Vorsitz an den 26-jährigen Bernhard Lamprecht. Unter Lamprecht’s Führung wuchs der Verein weiter und konnte mit der neu formierten Mannschaft 1994 die Meisterschaft der Bezirksliga Schwarzwald-Alb-Bodensee erringen.

1993
1995

Hans Rohrer und weitere Erfolge

Hans Rohrer, der 1995 als Späteinsteiger in den Verein kam, spielte eine bedeutende Rolle in den Erfolgen der 1990er Jahre. Trotz seines späten Einstiegs war er schnell ein entscheidendes Mitglied des Teams. 1999 gelang es ihm und seinem Sohn Philipp, als Vater-Sohn-Duo im Lokalderby gegen den TSV Musberg den Sieg zu erringen, was zu einem einzigartigen Moment in der Geschichte des Vereins wurde. Hans Rohrer wurde später als 11. Vorsitzender des Vereins tätig.

Sandra Paruszewski: Eine außergewöhnliche Karriere beginnt

Sandra Paruszewski, begann ihre Ringerkarriere 2007 beim AV Sulgen. Schon früh zeigte sie großes Talent und gewann 2022 sowie 2023 Bronzemedaillen bei den Ringer-Europameisterschaften, sowie mehrere deutsche Meistertitel.

Ein Meilenstein war ihre Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 in Paris, wo sie in der Gewichtsklasse bis 57 kg antrat. Ihr Sieg im Halbfinale beim Qualifikationsturnier in Baku, bei dem sie Elvira Kamaloglu besiegte, sicherte ihr das Olympiaticket und der Weg nach Paris war geebnet.

Nach über 13 Jahren im Nationalteam und 7 Jahren in der Sportfördergruppe der Bundeswehr blickte sie auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Nach den Olympischen Spielen 2024 beendete sie ihre aktive Laufbahn, bleibt aber dem Ringen als Trainerin treu. Der AV Sulgen ehrte sie nach den Spielen für ihre außergewöhnlichen Leistungen.

2007
2016

Aufstieg in die Regionalliga

2016 wurde der AV Sulgen Oberligameister, der größte Vereinserfolg der Geschichte, der den Verein als eine der besten Mannschaften in der Region etablierte. Diese Leistung war das Ergebnis eines engagierten Teams und einer starken Vereinsführung, die sowohl junge Talente förderte als auch erfahrene Ringer in die Mannschaft integrierte.

Abstieg in die Verbandsliga

Die Saison 2022 war für die erste Mannschaft des AV Sulgen unter Trainer Semih Bosyan eine große Enttäuschung. Nach 16 Jahren Oberliga und drei Jahren in der Regionalliga ging es wieder zurück in die Verbandsliga. Die Saison war von vielen Rückschlägen geprägt: Der Weggang der Moosmann-Brüder hinterließ ein Loch in den unteren Gewichtsklassen, das nicht gefüllt werden konnte, und Verletzungen bei Stammringern wie Marco Eckl und Fabio Herzog verschärften die Probleme. Der Sieg gegen den AC Röhlingen wurde nach einem administrativen Fehler in eine Niederlage umgewandelt, und auch gegen Ebersbach, Korb und Fellbach gab es knappe Niederlagen. Der einzige Sieg der Saison war ein 17:14 gegen Fellbach.

2023