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Zwei Titel bei den württembergischen Meisterschaften in Schorndorf

Mit zwei Meistertiteln, aber auch enttäuschenden Platzierungen, kehrten sechs Ringer des AV Sulgen von den württembergischen Meisterschaften aus Schorndorf zurück.

Ein erfolgreiches Debüt im AVS-Trikot feierte dabei Neuzugang Valentin Lupu aus Trossingen (vormals Red Devils Heilbronn), der sich in überlegener Manier den Titel in der 63 kg Klasse griechisch-römisch sicherte. Er besiegte zum Auftakt Khamza Temarbulatov (StTV Singen) mit 8:0, den jungen Lorenz Römpp (AV Hardt) mit 11:0 und den derzeit unter Form ringenden Titelverteidiger Philipp Ganter vom KSV Winzeln mit 8:0. Im Finale machte es Stefan Weller (SV Ebersbach) dem Neu-Sulgener nicht ganz so einfach, der sich mit einem 5:1 Punktsieg begnügte.

Die Überraschung aus Sulgener Sicht gelang zweifelsohne Valentin Baier. Zwar verpatzte er den Auftakt in der 87 kg Klasse durch eine vermeidbare 5:9 Punktniederlage gegen Stefan Sigler (ASV Schorndorf) gründlich. AVS-Trainer Semih Bosyan gelang es jedoch, Baier moralisch wieder aufzubauen, der dann in den Folgekämpfen sein Potential voll abrief. Erst punktete Baier den um Haupteslänge überragenden Ostalbringer Pascal Schmidt (KSV Unterelchingen) mit 9:0 vorzeitig aus, dann legte er nacheinander Johannes Kopp (AB Aichhalden) und Armin Turzer (SV Ebersbach) auf die Schultern. Baier hatte außerdem das Glück des Tüchtigen, weil Schmidt zuvor Sigler mit 5:5 besiegt hatte und ihm den Weg zum Titelgewinn somit ebnete.

Glücklos agierte dagegen Andreas Moosmann (72 kg), der nach einem 8:0 Auftaktsieg gegen Dominik Braun (VfL Kirchheim) gegen Adrian Heim (KSV Winzeln) vergeblich einem 0:6 Rückstand hinterher rannte und nur noch auf 5:6 verkürzen konnte. In Runde drei kam für Moosmann das vorzeitige Turnieraus, als er gegen Altmeister Benjamin Raiser (ASV Nendingen) nach gutem Beginn noch 1:11 unterlag. Im Ergebnis bedeutete dies Rang sieben unter zwölf Teilnehmern. Auch Rico Hezel (67 kg) ließ die Medaillenchancen ungenutzt. Chancenlos gegen Vizemeister Max Lam-Nguyen (KSV Winzeln/1:10) verspielte er gegen Jonas Wuchenauer (KSV Unterelchingen) eine klare Führung in der Schlussphase noch zu einer 12:14 Niederlage. Dadurch reichte es lediglich für den Kampf um Platz fünf, den Hezel gegen Julian Helm (AV Hardt) mit 8:0 für sich entschied.

Sehr nah an der Bronzemedaille dran war Robin Hezel im freien Stil bis 70 kg. Zunächst gab es deutliche Niederlagen gegen Titelverteidiger Alexander Jakob (Red Devils Heilbronn/0:11) und gegen den neuen Meister Hossein Alizadeh (ASV Ladenburg/4:14). Siege gegen Daniel Broghammer (AV Hardt/12:1) und Amir Ghidy (KV Plieningen/11:3) nährten Hezels Hoffnungen auf Edelmetall. Daraus wurde allerdings Blech, denn gegen Fabian Stock (AC Röhlingen) unterlag Hezel mit 4:6 Punkten. Sichtlich enttäuscht war Marco Eckl, dessen Ausflug ins 74 kg Limit mit Rang acht endete. Dabei hatte es für ihn ganz gut mit einem Schultersieg über Saved Mohamadi (TSV Köngen) begonnen. Im zweiten Kampf gegen Murad Makaev (SV Fellbach) führte der Sulgener bereits mit 5:0, um dann noch mit 6:9 zu verlieren. Das vorzeitige „Aus“ für den Vorjahres-Zweiten bis 70 kg kam danach in Runde drei, als es gegen den späteren Vizemeister Asadullah Nemati (KVA Remseck) eine deutliche 0:11 Niederlage setzte. T

rainer Bosyan sah in dem nicht immer zufriedenen Abschneiden durchaus etwas Positives. „Jetzt weiß jeder wo er steht und hat noch genügend Zeit, bis zur Runde die Defizite abzubauen“.

Auf geht’s zur EM nach Bukarest

Neue Bewährungsprobe und Herausforderung für die Sulgener Ringeramazone und Wahl-Freiburgerin Sandra Paruszewski. Sie ist von Bundestrainer Patrick Loes für die Europameisterschaften der Frauen in der Gewichtsklasse bis 59 kg nominiert worden, die vom 8. bis 13. April in Bukarest/Rumänien über die Bühne gehen. Für Paruszewski ist es nach 2017, wo sie in Novi Sad/Serbien im Limit bis 55 kg gute Achte wurde, die zweite Teilnahme bei einer Frauen-Europameisterschaft. Ernst wird es für die zweifache Deutsche Frauen-Meisterin von 2016 und 2018 ab Dienstag, 8. April, wenn die Qualifikationskämpfe ihrer Gewichtsklasse losgehen. Im Vorjahr musste die 25-Jährige auf eine EM-Teilnahme verzichten, weil sie in dieser Zeit die Grundausbildung zur Sportsoldatin bei der Bundeswehr absolvierte und keine Freistellung erhielt. Bei den Europameisterschaften in Bukarest werden zwar noch keine Startplätze für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio vergeben, die Paruszewskis großer Traum sind und wofür sie alles andere unterordnet.

Startplätze werden erst bei den Weltmeisterschaften in Astana/Kasachstan im Oktober dieses Jahres vergeben. Die EM-Titelkämpfe sind aber eine gute Standortbestimmung für sie und die Bundestrainer bei deren künftigen Kaderkonzentrierung. Hier ist die Sulgenerin nicht ohne nationale Konkurrenz, drängt doch die ebenfalls in Bukarest startende dritte U23-Weltmeisterin Elena Brugger (TuS Adelhausen/57 kg) immer mehr in ihre Gewichtsklasse vor. Im achtköpfigen Aufgebot des Deutschen Ringerbundes (DRB) sind neben Paruszewski und Brugger mit Annika Wendle (ASV Altenheim/53 kg) und der Wahl-Tribergerin Aline Focken-Rotter (KSV Krefeld/76 kg) insgesamt vier Ringerinnen vertreten, die im Landesverband Südbaden ihren Wohnsitz haben.

Samu und Luca erneut württembergische Meister

Die Brüder Samuel und Luca Moosmann vom AV Sulgen verteidigten bei den Württembergischen Meisterschaften im griechisch-römischen Stil in Spaichingen jeweils erfolgreich ihren Titel aus dem Vorjahr. Weitere Jugendringer des Regionalligisten waren aufgrund der fehlenden technischen Voraussetzungen nicht am Start. Mit den beiden Klassensiegen sorgten die Brüder somit für eine optimale Ausbeute. In der Vereinswertung der A-Jugend reichte es jedoch nur zum achten Rang unter 23 teilnehmenden Vereinen.

Für seinen insgesamt sechsten Landestitel brauchte der 14-jährige Luca, der altersbedingt erstmals bei der A-Jugend startete, lediglich zwei Siege. Da er mit Oscar Ziegler vom TSV Ehningen in der Klasse bis 42 kg nur einen Gegner hatte, musste er gemäß den Wettkampfregeln mindestens zweimal gegen ihn antreten, um die erforderlichen zwei Siege vorzuweisen. Im ersten Kampf gab es gegen den Schönbuch-Ringer einen Schultersieg, in der zweiten Begegnung punktete Moosmann seinen Widersacher mit 16:0 vorzeitig aus.

Vier Gegner musste der 16 Jahre alte Samuel Moosmann in der Gewichtsklasse bis 51 kg aus dem Weg räumen, um sich den sechsten Landesmeistertitel in Folge und den siebten insgesamt zu sichern. Zum Turnierauftakt gab es gegen Darian Schmid (KSV Aalen) ein 16:1 Punktsieg. Mika Widmann (SVH Königsbronn), Damian Macun (VfL Neckargartach) und Andreas Dudin (SG Schramberg) waren gegen den Sulgener ebenso chancenlos und mussten allesamt Schulterniederlagen einstecken.

Mit den beiden Meistertiteln dürften die Brüder das Ticket für die Deutschen Meisterschaften vom 5. bis 7. April im westfälischen Witten sicher in der Tasche haben. Um dort die Medaillen und das Podium ins Visier zu nehmen, muss weiterhin fleißig trainiert werden. Neben Jugendtrainer Thomas Moosmann, der seine beiden Söhne betreute, war auch Sulgens Aktiventrainer Semih Bosyan über den Erfolg höchst erfreut.

In der zusätzlichen Funktion als Stütztrainer des Württembergischen Ringerverbandes (WRV) hatte er während des Turniers ein wachsames Auge auf die beiden Sulgener Jugendringer geworfen, um sie in seinem Training in den kommenden Wochen fit für den Auftritt in Witten zu bekommen.

Top Platzierungen für Brüder Samuel und Luca Moosmann

Mit den sehr guten Plätzen zwei und fünf kehrten die Brüder Samuel und Luca Moosmann (AV Sulgen) vom Kadetten-Sichtungsturnier des Deutschen Ringerbundes (DRB) im bayerischen Bindlach zurück. Sie waren aufgrund ihrer Leistungen bei Deutschen Meisterschaften 2018 von Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann für dieses hochgradige Turnier nominiert worden. Für Samuel war es bereits die zweite Teilnahme. Nachdem er im Vorjahr (45 kg) mit Rang drei die Bronzemedaille erzielte, schaffte er es diesmal in der mit 13 Teilnehmern stark besetzten Gewichtsklasse 51 kg ins Finale. Zum Turniereinstieg schulterte Samuel Moosmann überraschend den amtierenden Deutschen A-Jugendmeister Paul Tschersich (ASV Plauen) nach vorheriger 6:0 Führung. Gegen den DM-Vierten Gleb Titov (ASV Hüttigweiler) lag der Sulgener nach spannendem Verlauf mit 6:8 in Rückstand, als ihm gegen den Saarländer ein Schultersieg gelang. Mit einem vorzeitigen 11:2 Überlegenheitssieg gegen Albert Nakaev (KSK Neuss) warf er einen weiteren Deutschen Meister von 2018 aus dem Titelrennen. Auch Vizemeister William Schmalfuß (RC Chemnitz) hatte gegen Moosmann keine Chance und lag nach 4:14 Rückstand ebenfalls auf den Schultern. Damit hatte der AVS-Ringer den Endkampf erreicht, in dem er dem Ex-Tennenbronner und aktuellen Deutschen Meister Giorgios Scarpello (KSV Gottmadingen) gegenüberstand. Da zog Moosmann mit 0:8 Punkten den Kürzeren. Bruder Lucas hatte es in der Klasse bis 45 kg mit acht Konkurrenten zu tun. Der Auftakt verlief äußerst unglücklich, denn beim Punktendstand von 4:4 hatte Moosmann gegen Janis Heinzelbecker (SV Weingarten) das Nachsehen. Dies kostete ihn die mögliche Medaille. Zwar schulterte Moosmann im nächsten Kampf den Mecklenburger Antony Nitzschner nach 6:0 Führung. Doch danach kassierte er eine Schulterniederlage gegen Jonas Benzing (SV Triberg). Damit blieb für den Sulgener nur noch der Platzierungskampf um Rang fünf, den er gegen Anton Stegmann (Hessen) souverän mit 9:0 gewann.

Fünf mal Edelmetall für unsere Nachwuchsringer in Hornberg

Letztes Wochenende startete unsere Jugend äußerst erfolgreich bei den Bezirksmeisterschaften im freien Stil in Hornberg.

Mit insgesamt fünf mal Edelmetall kamen unsere Nachwuchstalente aus Südbaden zurück und wir sind sehr stolz auf die „Kleinen“.

Einen Starter hatten wir in der E-Jugend mit Maik Abermeth, der einen tollen Sieg und sich damit den vierten Platz sicherte.

In der D-Jugend gingen Mathias Pfeifer (25 kg), Daniel Loge (26 kg), Julia Lamert (31 kg) und Leon Lamert (34 kg) an den Start. Mit einer astreinen Bilanz von drei Schultersiegen sicherte sich Mathias bravourös den ersten Platz.

Mehr Kämpfe als alle unserer anderen Nachwuchsringer musste Daniel Loge bestreiten. Ganze fünf mal musste er auf die Matte und konnte drei Kämpfe gewinnen, was am Ende den dritten Platz bedeutete.

Für unsere einzige Athletin in den Reihen, Julia, endete das Turnier auf dem 7. Platz leider mit drei Niederlagen. 

Ebenfalls mit zwei Niederlagen und Platz acht musste sich Leon Lamert zufrieden geben.

Mit ebenfalls vier Teilnehmern gingen wir in der C-Jugend an den Start. Hier sammelten unsere Ringer gleich drei Mal Edelmetall. Mit Platz zwei und zwei Siegen endete für Justin Bopp (54 kg) das Turnier sehr erfolgreich. Zwei mal Platz drei holten sich Oscar Herman Rivera (42 kg) und Silas Herzog (58 kg). Lukas Timo Bauer wurde Neunter.

Mit einem Sieg und zwei Niederlagen endete für Yannik Bopp (38 kg) und er B-Jugend das Turnier auf dem vierten Platz.

Wir sind auf alle unsere Teilnehmer sehr stolz und freuen uns auf viele weitere Medaillen für Euch!

Erfolgsserie vom AV Sulgen II im kleinen Derby gerissen

Ausgerechnet im letzten Saisonkampf endete die einmalige Erfolgsserie der Regionalliga-Reserve des AV Sulgen. Nach bis dahin sieben Siege und einem Unentschieden gab es im kleinen Derby gegen Vizemeister AV Hardt II eine 12:20 Niederlage. Das Nachbarschaftsduell litt deutlich darunter, weil beide Mannschaften jeweils zwei Gewichtsklassen unbesetzt ließen und dadurch auf der Matte nur fünf statt neun Begegnungen stattfanden. So kamen auf Gästeseite Samuel Marte (57 kg) und Felix Lupa (61 kg) und beim AVS II David Schulze (98 kg) und Robin Schmidt (130 kg) jeweils kampflos zu einem Vierer. Letzterem wurden diese vier Punkte wieder aberkannt, da Schmidt wenig später in der ersten Mannschaft gegen TuS Adelhausen II gebraucht wurde.

Gegen den oft im Hardter Verbandsliga-Team eingesetzten Dmytro Zlatkin (66 kg) hatte Benjamin Muske keine Chance und kassierte eine frühzeitige Schulterniederlage. Auch AVS-Ringer Fabio Hezel (86 kg) musste gegen Andreas Flaig auf die Schultern. Bis 71 kg kam Rico Hezel im freien Stil gegen Sven Zehnder nicht zurecht und musste vor allem in der ersten Runde viele Punkte abgeben. Im zweiten Abschnitt bekam der Sulgener den konditionell nachlassenden Gastringer besser in den Griff, ohne jedoch selbst zu Wertungen zu kommen. Nach viereinhalb Minuten hatte Zehnder die Zähler für den 19:3 Überlegenheitssieg beisammen. AVS-Coach Semih Bosyan (80 kg) gelang es, die Beinangriffe von Thomas Hettich zu blockieren und mittels Konter zu punkten. Mehr als ein 8:0 Punktsieg war für Bosyan aber nicht drin. AVS-Schlussringer Andreas Moosmann (75 kg) war Khaled Aldusoki technisch in allen Belangen überlegen und sein 15:0 Punktsieg war nur eine Frage der Zeit. Trotz der Niederlage schließt die AVS-Reserve die Saison als Tabellendritter in der Bezirksklasse ab.

Der AV Hardt II hatte mit diesem Sieg seine minimale Chance auf die Meisterschaft gewahrt, blieb aber Vizemeister, weil Spitzenreiter AV Hornberg beim KSV Taisersdorf III mit 19:10 gewann. Die Hardter Verbandsliga-Reserve wird den AV Hornberg jedoch in die Bezirksliga begleiten, da diese Liga durch die geplante Einführung einer Landesliga Südbaden vor einem deutlichen Aderlass steht. Möglicherweise wird auch der AV Sulgen II in der Bezirksliga gebraucht. Dies entscheidet sich jedoch erst Mitte Januar.

Klassenerhalt mit 21:11 Sieg gegen Adelhausen II geschafft

Wunder dauern bekanntlich etwas länger und das Vertrauen darauf hat sich beim AV Sulgen ausgezahlt. Mit einem 21:11 Sieg über den TuS Adelhausen II wurde auf den letzten Drücker der Klassenerhalt in der Regionalliga gesichert. Da für die Gastgeber von vornherein klar war, dass nur ein Sieg mit mindestens neun Punkten Differenz erforderlich ist, um in der Tabelle den sicheren achten Platz zu belegen, herrschte bereits vor dem Wiegen höchste (An)Spannung. Wie werden die Gäste vom Hochrhein aufstellen, nachdem sie selbst noch nicht das rettende Ufer erreicht haben?

Obwohl die Bundesliga-Reserve vom Dinkelberg mit Nick Scherer, Pascal Ruh, Kevin Kähny und Nick Matuhin vier Erstliga erprobte Athleten aufbot, herrschte nach dem Wiegen bei AVS-Trainer Semih Bosyan vorsichtiger Optimismus, dass es zumindest für einen knappen Erfolg reichen kann und der AVS nicht Letzter wird.

Die ersten drei Paarungen verliefen planmäßig. AVS-Youngster Samuel Moosmann verlor gegen Scherer technisch überhöht mit 0:16 und im Schwergewicht lag Ersatzmann Robin Schmidt gegen den Zwei-Meter-Hünen Matuhin nach nur wenigen Sekunden auf den Schultern. Bis 61 kg gelang AVS-Ringer Nika Tatuashvili gegen Luis Reinger ebenfalls ein schneller Schultersieg. Ganz anders verlief dagegen das Duell zwischen Özkan Öztürk (98 kg), der erneut den privat verhinderten Andreas Miekeley vertrat, und Kevin Kähny. Der hoch favorisierte Adelhausener hatte Glück, beim 1:1 Punktsieg die entscheidende letzte Wertung durch eine Passivität des Sulgeners zugesprochen zu bekommen. Da der bravourös kämpfende Öztürk damit nur einen Mannschaftszähler abgab, löste bei den Gastgebern den Impuls aus, dass an diesem Abend mehr als nur ein knapper Sieg drin ist. Nachdem Giorgi Davitaia den TuS-Ringer Alican Ulu mit 15:0 ausgepunktet hatte, ging es mit einer 9:8 Führung der Gäste in die Pause.

Für einen Paukenschlag sorgte bei Wiederanpfiff AVS-Athlet Pascal Koch. Gegen Marius Quinto zunächst mit 0:2 in Rückstand geraten, reagierte Koch mit einer Beinschleuder aus dem Stand und löste mit seinem Schultersieg großen Jubel unter den 250 AVS-Fans aus. Damit waren die Ringer vom Hochrhein angezählt. Bis 71 kg operierte der in bestechender Form befindliche Marco Eckl vom AVS gegen Jörn Schubert taktisch klug und kam wiederholt zu kleinen Wertungen. Mit seinem 5:0 Punktsieg kamen weitere zwei Mannschaftspunkte aufs Sulgener Konto. Einmal mehr lieferte AVS-Akteur Valentin Baier (80 kg) eine Zitterpartie für Trainer und Mannschaftskameraden. Gegen den deutlich leichteren Leonard Zavarin ließ er sich im zweiten Kampfabschnitt unnötigerweise in die Defensive drängen, die prompt mit einer Passivität durch den Kampfrichter geahndet wurde. Lobenswert, dass Baier Sekunden vor Schluss nochmals angriff und eine Zweierwertung zum 10:1 Punktsieg holte. Damit waren alle Voraussetzungen gegeben, die 10:18Niederlage aus dem Vorkampf wettzumachen. Denn AVS-Klassiker Jannik Malz (75 kg) steuerte mit seinem mühelosen 16:0 Überlegenheitssieg über Tom Blum einen weiteren Vierer bei. AVS-Schlussringer Fabio Herzog konnte sich somit gegen Pascal Ruh eine 0:14Niederlage leisten. Selten wurde eine 1:6 Punktniederlage von Herzog so gefeiert wie an diesem Abend.

Hinterher analysierte ein erleichterter AVS-Coach Semih Bosyan: „Obwohl wir wieder einmal vor einem äußerst wichtigen Kampf nicht in Bestbesetzung antreten konnten, ist bei uns endlich mal alles optimal gelaufen. Adelhausen hat sich mit ihrer Aufstellung wohl etwas verspekuliert. Dass sie die Begegnung ernst nahmen und nur knapp verlieren wollten zeigt die Tatsache, dass Schwergewichtler Nick Matuhin extra von Frankfurt/Oder nach Sulgen zum Kampf gefahren ist“.

Wertungen AV Sulgen – TuS Adelhausen II 21:11

57 kg G: Samuel Moosmann – Nick Scherer 0:4 TÜN 0:16

130 kg F: Robin Schmidt – Nick Matuhin 0:4 SN 0:4

61 kg F: Nika Tatuashvili – Luis Reinger 4:0 SS 4:0

98 kg G: Özkan Öztürk – Kevin Kähny 0:1 PN 1:1

66 kg G: Giorgi Davitaia – Alican Ulu 4:0 TÜS 15:0

86 kg F: Pascal Koch – Marius Quinto 4:0 SS 4:2

71 kg F: Marco Eckl – Jörn Schubert 2:0 PS 5:0

80 kg G: Valentin Baier – Leonard Zavarin 3:0 PS 10:1

75 kg G: Jannik Malz – Tom Blum 4:0 TÜS 16:0

75 kg F: Fabio Herzog – Pascal Ruh 0:2 PN 1:6.

Harte Aufgabe für Klassenerhalt

Die Vorgaben sind klar, die Chancen schier aussichtslos. Der AV Sulgen braucht im letzten Saisonkampf zu Hause einen Sieg über den TuS Adelhausen II, der mit neun Punkten Differenz ausfallen muss. Die Ausgangssituation im Tabellenkeller der Regionalliga Baden-Württemberg könnte für den AV Sulgen kaum schlechter sein. Im Falle einer Niederlage gegen die Oberrhein-Staffel droht der letzte Tabellenplatz, da von einem Sieg des Nachbarn AB Aichhalden gegen die nun gesicherte WKG Weitenau-Wieslet ausgegangen werden muss. Das bedeutet automatisch den sicheren Abstieg in die Oberliga Württemberg. Gelingt gegen die Dinkelberg-Ringer ein knapper Sieg, wären die Sulgener unabhängig vom Ausgang in Aichhalden Vorletzter und zumindest bis zum 31. Januar 2019 noch nicht abgestiegen. Bis dahin muss sich der Vizemeister der Regionalliga entscheiden, ob er das Aufstiegsrecht (keine Pflicht) in die Bundesliga wahrnimmt.

An diese Chance glaubt beim AV Sulgen allerdings niemand, ganz gleich, ob der Vizemeister RKG Reilingen-Hockenheim oder ASV Schorndorf heißt. Zu gut ist vom Vorjahr noch in Erinnerung, dass keine Mannschaft Erster oder Zweiter werden wollte. Um den Klassenerhalt noch vor Weihnachten in der Tasche zu haben und für die nächste Saison planen zu können, braucht es deshalb einen Sieg gegen den TuS Adelhausen II, der in der Differenz um einen Punkt höher ausfällt als die 12:18 Niederlage in der Vorrunde. Denn nur wenn die Sulgener im direkten Vergleich mit Adelhausen besser sind, schließen sie die Saison auf dem achten Tabellenplatz ab. In Anbetracht des großen Ringer-Kaders, der den Südbadenern zur Verfügung steht, ein nahezu unlösbares Unterfangen. Bereits drei Hochkaräter wie Nick Scherer (57 kg), Ali Umarpashaev (75 kg) und Nick Matuhin (130 kg) würden den Gästen genügen, um die Mindestpunktzahl zu holen. Darüber hinaus sind Jörn Schubert (71 kg), Pascal Ruh (80 kg), Michael Kaufmehl (86 kg) und Kevin Kähny (98 kg) Athleten, die die Matte meist als Sieger verlassen. Trotz dieser trüben Aussichten kommt für die Gastgeber nicht infrage, die Segel vorher schon zu streichen. Gerade vor eigenem Publikum soll mit der derzeit stärksten Zehn angetreten und alles versucht werden, um sich hinterher nichts vorwerfen lassen zu müssen. Kampfbeginn in der Festhalle Sulgen ist um 20 Uhr.

Im Vorkampf um 18.45 Uhr gibt es einen kleinen Leckerbissen mit lokalem Charakter. Da empfängt die Sulgener Regionalliga-Reserve die zweite Mannschaft des Verbandsligisten AV Hardt. Die Gäste von der Höhe haben noch theoretische Chancen auf die Meisterschaft in der Bezirksklasse, sind aber auf Schützenhilfe des KSV Taisersdorf III angewiesen. Die Hausherren können sich dagegen in der Tabelle weder verbessern, noch verschlechtern. Ihr Ehrgeiz liegt in der Revanche für die hohe 4:29Niederlage in Hardt in der Vorrunde und der Wille, die Rückrunde ungeschlagen zu beenden.

12:17 Sieg gegen den AC Villingen

Die Siegesserie der Regionalliga-Reserve des AV Sulgen ist durch Nichts zu stoppen. Obwohl mit Samuel Moosmann und Shota Glonti zwei wichtige Punktesammler im reduzierten Team fehlten, entführten die Sulgener beim AC Villingen mit 12:17 beide Punkte und verdrängten die Brigach-Ringer von Platz drei in der Bezirksklasse-Tabelle. Damit bleibt der AV Sulgen II in der Rückrunde bei sieben Siegen und einem Unentschieden weiterhin ungeschlagen.

Bis 57 kg kam AVS-Oldie Michael Fader kampflos zu einem Vierer, da die Gastgeber diese Klasse nicht besetzt hatten. Im Schwergewicht glichen die Villinger die Sulgener Führung durch Wladimir Reibert aus, der Robin Schmidt vom AVS frühzeitig auf die Schultern drückte. Bis 98 kg kam AVS-Ringer David Schulze im für ihn ungewohnten freien Stil gut zurecht und hatte Vitalij Zamesov beim 6:1 Punktsieg sicher unter Kontrolle. Dafür durfte Schulzes Vereinskamerad Rico Hezel bis 66 kg in seiner Lieblingsstilart griechisch-römisch antreten und besiegte Amir Abdullahi mit 9:1 Punkten.

Für einen ungewöhnlichen Kampfverlauf sorgte AVS-Akteur Valentin Baier (86 kg). Er lag gegen Stefan Ebner mit 0:2 zurück, als der Villinger einen Schwunggriff auspackte und Baier sich in der Brücke widerfand. Dem Sulgener gelang es jedoch, spontan die Brücke zu übertragen und selber zu einem überraschenden Schultersieg zu kommen. Gegen den früheren AVS-Ringer Edgar Lang (AC/75 kg) verlor Konstantinos Angerinopoulos bereits auf der Waage durch Übergewicht. Aber auch den Freundschaftskampf entschied der Ex-Sulgener mit einem Schultersieg klar für sich. Nachdem in der 80 kg Klasse Sulgen II einen weiteren Vierer an AC-Ringer Eldar Abakarav abgab, führten die Gäste aus Sulgen vor dem letzten Kampf in der 75 kg Klasse nur noch mit 12:13. Einmal mehr war auf AVS-Schlussringer Andreas Moosmann Verlass, der mit einem technischen Überlegenheitssieg gegen Mikail Süzer alle Zweifel am Gesamtsieg beseitigte.

Im letzten Saisonkampf am kommenden Samstag steht nun das kleine Derby gegen den AV Hardt II in der Sulgener Festhalle an. Mit einem Sieg soll nicht nur Revanche für die hohe 4:29 Niederlage im Vorkampf genommen, sondern auch die Rückrunde ungeschlagen beendet werden. Kurioses am Rande: Weil für diese Begegnung kein lizenzierter Kampfleiter zur Verfügung stand, verzichtete AVS-Akteur Benjamin Muske auf seinen Einsatz im Team und stellte sich als Kampfrichter zur Verfügung. Dies konnten die Sulgener gut verkraften, weil Villingen bis 61 kg ebenfalls keinen Ringer aufbot und es somit zu einer 0:0 Wertung kam.

Niederlage mit Folgen? 16:14 Niederlage bei der WKG Weitenau-Wislet

Oberliga wir kommen? Nach der bitteren 14:16 Niederlage bei der WKG Weitenau-Wieslet kann den AV Sulgen nur noch ein Wunder vom Abstieg aus der Regionalliga Baden-Württemberg retten.

Obwohl die Sulgener Staffel nicht mit den besten Voraussetzungen ins Kleine Wiesental gereist war – Andreas Miekeley (98 kg) musste krankheitsbedingt erneut passen – waren die Chancen auf einen Sieg vorhanden. Beim Stand von 14:14 hätte AVS-Schlussringer Fabio Herzog ein knapper Punktsieg hierfür ausgereicht. Er verlor jedoch wie im Vorkampf gegen Dennis Kronenberger mit 1:5. Schade nur, dass durch diese Niederlage die sensationelle Leistung von AVS-Athlet Marco Eckl in den Hintergrund rückte. Nur durch seinen 11:10 Punktsieg über den hoch favorisierten Zorhab Orhanian kämpfte der AVS bis zum Schluss auf Augenhöhe mit.

Durch taktische Umstellungen kam auf Sulgener Seite Youngster Samuel Moosmann zu seinem Regionalliga-Debüt. Allerdings traf er hierbei auf Top-Athlet Svetlin Shindov, dem er sich technisch überlegen mit 0:15geschlagen geben musste. Im Schwergewicht geriet AVS-Ringer Benjamin Lohrer gegen Marcus Miekein frühzeitig in Rückstand. Im weiteren Kampfverlauf gelang es ihm dann, die Beinangriffe des Wiesentalers zu kontrollieren und die Niederlage mit 0:4 Punkten in Grenzen zu halten. Bis 61 kg bestimmte Sulgens Nika Tatuashvili gegen Maximilian Tröndlin klar das Kampfgeschehen. Mit ständigen Beinangriffen kam er immer wieder zu Wertungen und hatte nach dreieinhalb Minuten die Zähler für den 20:3 Überlegenheitssieg in der Tasche. Miekeley-Ersatzmann Özkan Ötürk (98 kg) konnte gegen Michael Herzog das Geschehen in der ersten Runde offen halten und lag nur 1:2 zurück. Der Heimringer drehte danach immer stärker auf und schaffte mit einer Vierer-Wertung in der sechsten Minute noch den Überlegenheitssieg. Im Gegenzug ließ Sulgens Giorgi Davitaia (66 kg) dem Wiesentaler Simon Dürr keine Chance und schickte ihn nach etwas mehr als fünf Minuten mit 18:3 von der Matte. Dadurch verkürzten die Gäste ihren Rückstand zur Pause auf 8:10. Nachdem Pascal Koch (86 kg) WKG-Trainer Kai Vögtlin mit 12:3 souverän ausgepunktet hatte, kam es zwischen Zorhab Ohanian (WKG/71 kg)) und Marco Eckl zur spannendsten und dramatischsten Begegnung des Abends. Nachdem die Führung mehrmals wechselte, sah es Sekunden vor dem Schlusspfiff beim Stand von 10:7 nach einem erwarteten Punktsieg des Heimringers aus. Doch Eckl drehte mit einem blitzschnellen Beinangriff und Vierer-Wertung das „Ding“ noch zu seinen Gunsten und löste im AVS-Lager kollektiven Jubel aus.

Die 12:10 Führung von Sulgen hielt jedoch nicht lange. WKG-Ass Jonas Dürr setzte AVS-Coach Semih Bosyan ständig unter Druck und kam nach viereinhalb Minuten mittels hoher Wertung zum 15:0 Überlegenheitssieg. Alles war wieder offen, nachdem AVS-Ringer Jannik Malz seinen unbequemen Gegner Stefan Kilchling mit einer starken Schlussphase 5:1 besiegte. Am Ende triumphierten jedoch die Gastgeber, die sich mit diesem 16:14 Sieg den Klassenerhalt sicherten. Da gleichzeitig der TuS Adelhausen II den KSV Schriesheim mit 28:11 besiegte, braucht der AV Sulgen im letzten Saisonheimkampf am kommenden Samstag einen Sieg gegen die TuS-Oberrhein-Staffel mit mindestens neun Punkten Differenz, um die Klasse zu erhalten.

Wertungen: WKG Weitenau-Wieslet – AV Sulgen 16:14

57 kg G: Svetlin Shindov – Samuel Moosmann 4:0 TÜS 15:0

130 kg F: Marcus Mickein – Benjamin Lohrer 2:0 PS 4:0

61 kg F: Maximilian Tröndlin – Nika Tatuashvili 0:4 TÜN 3:20

98 kg G: Michael Herzog – Özkan Öztürk 4:0 TÜS 18:1

66 kg G: Simon Dürr – Giorgi Davitaia 0:4 TÜN 3:18

86 kg F: Kai Vögtlin – Pascal Koch 0:3 PN 3:12

71 kg F: Zorhab Ohanian – Marco Eckl 0:1 PN 10:11

80 kg G: Jonas Dürr – Semih Bosyan 4:0 TÜS 15:0

75 kg G: Stefan Kilchling – Jannik Malz 0:2 PN 1:5

75 kg F: Dennis Kronenberger – Fabio Herzog 2:0 PS 5:1.